Woche 1 (KW 35, 2009) – Kantinenfallen und Streckenrekorde
Stimmung:: happy
In meine erste Weight Watchers Woche starte ich wie erwartet hoch motiviert. Jeder~ meiner bisherigen Versuche abzunehmen, fand seinen Anfang zunächst in einem schier unerschöpflichen Vorrat an Motivation und Tatendrang. Und ich finde das auch nicht verwunderlich, denn wenn man den Entschluss gefasst hat, etwas ändern zu wollen, denkt man ja selten daran, welcher Weg noch vor einem liegt, sondern vornehmlich daran, was sich alles ändern wird, wenn man erst mal „schön schlank“ ist – was auch immer das in den eigenen, strengen Augen bedeutet. :o)
Jedenfalls gehe ich fest entschlossen an die Sache heran, und da kann mich auch die Einladung meines Chefs nicht schocken, am Abend mit dem ganzen Team fein essen zu gehen. Natürlich kommt es mir nicht wirklich gelegen, denn es ist mein erster Tag im Programm und ich kann noch so überhaupt nicht einschätzen, was nun wie viele POINTS haben wird. Aber ein bisschen gesunder Menschenverstand (der mir eindeutig sagt, dass Schokoladenmouse zum Nachtisch sicher nicht gut fürs Punktekonto sein kann) bewahrt mich zumindest davor, den Start allzu sehr in den Sand zu setzen, und so lande ich letztendlich bei einer Points-Zahl von 27,5. Hm. Jetzt nicht so das, was ich mir für den Beginn der Ernährungsumstellung vorgestellt hatte, aber gut, man kann ja auch an anderen Tagen etwas sparen und so kleine Sünden wieder reinholen, daher nehme ich mir vor, von diesem Umstand die Woche über artig Gebrauch zu machen, sobald sich eine Gelegenheit dazu bietet.
Wie so oft im Leben, stelle ich mir dabei natürlich gleich am nächsten Tag erst mal selbst ein Bein. Ich pflege, mit meinen Kollegen in die Kantine zum Essen zu gehen, und das möchte ich auch nicht aufgeben während meiner Abnahme, da es mir erstens sehr viel Spaß macht bei all den lieben Leuten und zweitens für mich auch eine sehr wichtige Auszeit vom Arbeitsplatz ist. Außerdem stärkt es die Teambildung, wie ich finde. Man fühlt sich viel mehr zugehörig. Nun gibt es in unserer Kantine auch eine Salatbar. Aber an diesem Freitag – ganz in alter Gewohnheit – zog es mich zu etwas Anderem.
„Bayrischer Fleischkäse mit Rahmspinat, Schlosskartoffeln und Spiegelei“ stand auf der Tafel am Eingang. Das klingt schon wie eine POINTS-Katastrophe? Ist es auch. Und was für eine! Als ich nach dem Essen in den Weight Watchers @ssistenten eingebe, was ich alles verputzt habe, fällt mir glatt die Kinnlade herunter. Allein das popelige Stückchen Leberkäse hat schon satte 10 POINTS, und das ganz ohne den berühmten Blubb-Spinat und natürlich auch ohne die gebratenen Kartoffeln und das Spiegelei. Damit kommt allein mein Mittagessen schon auf einen POINTS-Wert von unglaublichen 24 Punkten, und weil’s so schön war, stellt die Freundin einem später zum DVD-Abend auch noch Nudeln mit Hackfleischsoße vor die Nase – man hat doch sonst immer mitgegessen, wenn man gekommen ist. Ach herrjeh… das ist in jedem Fall das letzte Mal, dass ich unvorbereitet in die Kantine gehe. Ab diesem Tag gucke ich immer vorher schon im Intranet, was angeboten wird und entscheide mich im Voraus für ein Essen, das zu meinen Zielen passt. So bin ich nicht so unschlüssig und komme dadurch auch nicht so leicht in Versuchung.
Rückschlag hin oder her: So leicht lasse ich mich nicht entmutigen. Im Gegenteil. Am nächsten Tag schrubbe ich nicht nur fleißig die Wohnung sauber, ich esse auch so anständig und vorbildlich, dass ich allein dadurch schon 3,5 POINTS sparen kann – ohne die körperliche Betätigung. Ha! Es geht doch. :o) Und am nächsten Tag gehe ich das erste Mal nordisch spazieren. An die Bewegungsabläufe muss man sich zwar erst einmal gewöhnen, aber dann macht es sogar richtig Spaß. Nach 35 Minuten bin ich von meiner Proberunde wieder zurück. Man kommt doch schneller und weiter voran, als gedacht. Ich werde mir eine längere Strecke ausdenken müssen, wenn ich ein paar Minuten mehr gehen will. :o) Auch das ist ein schönes Gefühl.
Ein Gefühl, das ich eigentlich nicht so mag, das mich aber seit dem Beginn der Wiegewoche (die bei mir übrigens an einem Mittwoch anfängt) ständig begleitet, ist das, auf die Toilette zu müssen. Mein Gott! Zwei Liter Wasser zu trinken kann einen wirklich ziemlich häufig aufstehen lassen. Dennoch versuche ich mich an diese Vorgabe zu halten, denn dass viel Flüssigkeit gerade während einer Abnahme sehr wichtig ist, hört man nicht nur bei den Weight Watchers. Nervig ist allerdings, dass wir mehrere Katzen haben, die sich nachts gern zu uns ins Bett mogeln (ja, wir mögen das) und sich dabei immer~ auf meine Blase legen. Ich weiß nicht, ob die das als so ‘ne Art Wasserbett empfinden oder einfach nur gern auf meinem Schoß schlafen. Jedenfalls treibt es mich mindestens ein Mal nachts raus, manchmal sogar zwei Mal, und zu solchen Gelegenheiten würde ich meine Blase am liebsten gleich im Badezimmer liegen lassen, dann kann sie von mir aus machen, was sie will.
Blöd ist auch, dass ich in der Firma immer erst durch das komplette Gebäude rennen muss, wenn ich… nun… mal muss eben. Manchmal kommt der Drang doch recht plötzlich. Eine blöde Sache. Aber ich versuche, es positiv zu sehen. So lege ich bei jedem Gang gut und gerne hundert Meter extra zurück, wenn nicht mehr. Man soll doch viel Bewegung in den Alltag einbauen. Also das schaffe ich gerade durch das viele Trinken geradezu spielend.
Am letzten Tag dieser Woche bekomme ich einen regelrechten Schock über mich selbst: Nach dem Mittagessen spaziere ich wie selbstverständlich zum Eis-Automaten und ziehe mir – ohne mir zunächst weiter darüber Gedanken zu machen – genau wie meine Kollegen noch ein schönes Eis. Ein gutes~ Eis – Mövenpick Maple Walnuts, eine meiner Lieblingssorten, und natürlich in der Kekstüte und mit Schokolade oben drauf, sodass einem allein beim Gedanken daran das Wasser im Mund zusammen läuft. Mmhm, das schmeckt herrlich. :-D Später allerdings bin ich echt erschrocken. Was habe ich mir nur dabei gedacht? Ich will doch abnehmen! Und da esse ich mal eben so nebenbei ein dickes Eis und genieße es auch noch in vollen Zügen? Unglaublich! Doch dann kommt die Erleichterung: Ich darf ja! Wie herrlich! Bei Weight Watchers ist es nicht „verboten“, so zu schlemmen, man muss sich eben nur darüber im Klaren sein, dass man im Grunde gerade sein Abendessen verdrückt. Oder zumindest die POINTS dafür. Aber das macht mir in diesem Moment nicht das geringste Bisschen aus. Das Eis war eine Wucht und ich fühle mich fantastisch. Warum auch nicht? Ich habe sonst so gut hausgehalten mit meinem Konto, dass ich abends sogar noch zwei Scheiben Vollkornbrot mit Frühlingsquark bzw. Hähnchenbrust essen kann und dazu leckere Cocktailtomaten aus der Zucht der Schwiegermutter. Vielleicht ist dieses Konzept ja wirklich was für mich. Bisher läuft es jedenfalls sehr gut: 2,6 Kilo sind wie weggepustet. :o) *happy*
Mein erstes Etappenziel – die Fünfkilomarke – ist damit ein ganzes Stück weiter in greifbare Nähe gerückt.
Alles Liebe,
brötchen





